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Eine Gegendarstellung

  • 28. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Der Tagesspiegel berichtet über einen privaten Chat aus den Jahren 2018 bis 2021. Die Darstellung ist in den zentralen Punkten unzutreffend und erzeugt einen falschen Eindruck.


Die Fakten:


  1. Der Chat fand über meinen eigenen, persönlich kuratierten Instagram-Account statt, den ich lange zuvor und auch heute noch nutze. Gerade zu dem Zeitpunkt des Chats poste ich Fotos von Fahrrädern, Rudern, Architektur, Natur, Erlebnissen. Politische Beiträge machten den deutlich kleineren Teil aus, erst später nutzte ich meinen Instagram-Account stärker politisch. Der Tagesspiegel versucht den Account als amtlich oder dienstlich darzustellen, das ist falsch.

  2. Der Tagesspiegel behauptet, die knapp drei Jahre bestehende, lose digitale Bekanntschaft, mit einer anfangs 22-jährigen Kunstinteressierten, Schauspielerin, lokalen Influencerin – wäre etwas anderes als ein sporadischer, privater, freundlicher Austausch gewesen - nämlich eine gezielte Praktikumsanbahnung. Das ist falsch. Die Interaktion bestand in weiten Teilen im gegenseitigen Liken von Posts und Storys – auch das häufig im Abstand von mehreren Monaten. Die Themen des Austauschs wie Corona, Instagram, Follower gewinnen, Rodelberge, Urlaub, waren alltäglicher Smalltalk. Die Frage Praktikum kam im Februar 2020 auf - und damit mehr als ein Jahr nach Beginn des Chats (die Frage kam ansatzlos, ich fragte nach der Ernsthaftigkeit, sie schlug ein Treffen vor, es blieb hier bei diesem sehr kurzen Austausch, der erste Corona-Lockdown samt eigener Corona-Erkrankung stoppten viele Ideen und Planungen). Der Tagesspiegel suggeriert, der Chat sei aus Anlass einer Praktikumsanfrage geführt worden. Das ist falsch, es bieten sich keine Anhaltspunkte für diese Behauptung, im Gegenteil ist dies klar durch den Chatverlauf widerlegt.

  3. Der Begriff „Date“ taucht im Chat nur ein Mal - im Juli 2020 - auf. Anlass war eine überraschende Frage meines digitalen Gegenübers nach Menschen, die Immobilien (ver)kaufen wollen. Das Wort „Date“ stand in Anführungszeichen, war in einen sachlich reagierenden Satz eingebettet. Der Gesprächsverlauf macht deutlich, dass es sich im Gegensatz zur Behauptung des Tagesspiegels nicht um eine Anbahnung für ein Rendezvous handelt. Auch mein digitales Gegenüber hat das damals so eingeordnet, sie schlug sogleich ein Treffen unkonkret für Ende Juli vor, in meinem Büro. Auch anders als der Tagesspiegel schreibt, gab es keinen Widerspruch zum Ort, aber auch von beiden keine terminliche Konkretisierung. Als sie Mitte August einen meiner Posts kommentierte, hatte sie das vorgeschlagene Treffen vergessen. Zu einem echten Termin kam es nicht – vielleicht, weil wir weiter mitten in der Corona-Pandemie waren. Diese Einordnung fehlt im Artikel, der hier den Chat auch noch bewusst falsch zitiert. Der im Artikel verbreitete Spin „Sie wollte ein Praktikum, er wollte ein Date“ hält einer Überprüfung des Chatverlaufs nicht stand - er ist falsch.


Verantwortung und Einordnung


Der Austausch verlief sporadisch, unverbindlich und endete absolut freundlich im November 2021. Der Tagesspiegel betont selbst, dass der Chat rechtlich irrelevant ist. Der Chat wurde über meinen privaten und nicht einen dienstlichen Instagram-Account geführt (auch der vom Account vermittelte Eindruck war damals jedenfalls ein solcher, die Verifizierung (blauer Haken) bestätigt nur die Person). Mit der Behauptung eines „dienstlichen“ oder gar „amtlichen“ Accounts will der Tagesspiegel rechtfertigen, dass er Auszüge eines privaten Chats veröffentlicht (in eigener Reihenfolge, ohne Kontext und in eigener Interpretation). Dazu kommt der Versuch des Tagesspiegels, Unternehmenshierarchien als Gleichnis einzuführen - das ist falsch, ein lockerer Kontakt mit einer digitalen Bekannten, die nicht Parteimitglied ist, gibt dafür keinen Anhaltspunkt. Umso fragwürdiger ist es, private Kommunikation Jahre später aus dem Zusammenhang zu reißen und (öffentlich) umzudeuten.


Fazit - die zentrale Erzählung des Tagesspiegels trifft nicht zu, weil:


  • Eigener, privater statt dienstlicher Account

  • Alltagschat statt gezielte Praktikumsanbahnung

  • Es gab kein Treffen und auch keine Anfrage für ein Rendezvous.


Was bleibt, ist ein privater, unverbindlicher Austausch, der falsch dargestellt wurde.


Warum gibt es einen Artikel über so einen Chat, der zudem über ein halbes Jahrzehnt alt ist? Um das zu verstehen, ist es wissenswert, dass dieser Artikel ursprünglich einen Tag vor dem 8.11.2025 erscheinen sollte - dem Tag der Wahlversammlung für die Direktkandidierenden in Berlin-Pankow für die Berliner Abgeordnetenhauswahl. Drei Tage davor wurde ich mit den „Vorwürfen“ vom Tagesspiegel konfrontiert.


Der Tagesspiegel-Artikel ist einzuordnen in die bekannte Kette von falschen, anonymen, erfundenen oder angeblichen Vorwürfen. Etliche Behauptungen wurden gerichtlich untersagt, dutzende Artikel (Podcast, Sendung) zurückgezogen oder korrigiert. Es gibt Strafanzeigen gegen mutmaßliche Täterinnen und gegen unbekannt durch den RBB, Bündnis 90/ Die Grünen und mich. Das Ombudsverfahren wurde eingestellt, ein Gespräch dazu gab es nicht.

 
 
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