Mit dem Rad zur Arbeit – lohnt sich für Alle!

Pressemitteilung Stefan Gelbhaar | 28.08.2019

Wer mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt, verdient einen Zusatzurlaubstag. Das Umweltbundesamt aber auch Statistiken und Studien sagen, dass Menschen, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, deutlich weniger krank sind. Berechnungen reichen von zwei Tagen bis hin zu 30 Prozent weniger Fehltagen. Dieser Schatz muss gehoben werden - zum Wohle aller. Ein zusätzlicher Urlaubstag für Radfahrende ist gerecht. Ein Zusatzurlaubstag kann mehr Menschen dazu motivieren, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Davon profitieren die Arbeitgeber wegen der geringeren Anzahl von Krankheitstagen. Die Krankenkassen profitieren wegen der geringeren Krankheitskosten. Auch die Menschen, die auf das Auto für den Arbeitsweg angewiesen sind, profitieren: mehr Radverkehr führt zu weniger genutzten Autos und damit zu weniger Stau.

 

Studie Umweltbundesamt 2019

 

 

Radeln für´s Bruttosozialprodukt

 

Im Jahr 2017 waren die Arbeitnehmer*innen in Deutschland durchschnittlich an 16,7 Tagen arbeitsunfähig - insgesamt 668,6 Millionen fehlende Tage. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beziffert die entstandenen Produktionsausfälle mit 76 Milliarden Euro und den Brutto-Wertschöpfungsverlust mit 136 Milliarden Euro. Wer mit dem Rad zur Arbeit kommt, reduziert die Krankheitstage - mehr Radverkehr hilft damit sowohl der volkswirtschaftlichen Produktivität als auch der Gesundheit. Hinzu treten der Gewinn für Umwelt und Klima.

 

Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2017

 

 

Ist das neu und wie soll das funktionieren?

 

Tatsächlich gibt es schon diverse Ansätze, um den Gewinn zu generieren: Krankenkassen und einzelne Kommunen haben Bonusprogramme aufgelegt. Der zusätzliche Urlaubstag ließe sich übrigens sehr einfach verankern: Der Arbeitnehmer erklärt gegenüber dem Arbeitgeber verbindlich, mehr als die Hälfte der Arbeitstag mit dem Rad zu kommen. Eine permanente Kontrolle dieser Angabe ist auf Grund der verbindlichen Erklärung dann unnötig.

 

Auch moderne Krankenkassen haben erkannt, dass die tägliche Radfahrt zur Arbeit der Gesundheit dient. So kooperieren die AOK und der ADFC seit mehr als 18 Jahren bei der Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit".

 

Beispiele von Unternehmen in BaWü, die verschiedene Anreizprogramme haben

 

Radbonusprogramm der Stadt Aachen

 

 

Anreize für gesunde Mobilität

 

Auf der Bewegungskonferenz der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen am 13. & 14. September wollen wir mit vielen Expertinnen und Experten, auch Arbeitgebern, diskutieren, mit welchen Strategien und Maßnahmen die Verkehrswende am besten voran kommt. Zusätzliche Urlaubstage sind ein Beispiel für Anreize zur gesunden und umweltfreundlichen Fortbewegung. Welches Modell funktioniert? Betriebliches Mobilitätsmanagement kann erheblich Kosten für den Arbeitgeber sparen, wenn Parkplätze und Dienstwagen freiwillig durch andere Leistungen ersetzt werden. Welche Optionen gibt es, um beispielsweise einen zusätzlichen Urlaubstag zu implementieren?

 

Fahrradkonferenz, 13./14. September 2019 - mehr Infos und Anmeldung