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Kraftwerke für den Balkon: Mit Solarenergie eigenen Strom produzieren



Erneuerbare Energien sind Klimaschutz, Kostenersparnis und Energieunabhängigkeit in einem. Einfach gesagt: Sie sind die Zukunftsenergien. Immer mehr Menschen wollen bei der Energiewende mitmachen, indem sie selbst zu Energieproduzent*innen werden. Bisher stehen ihnen dabei noch viele bürokratische Hürden entgegen. Daher schaffen wir jetzt einen Rechtsanspruch auf die Installation von Steckersolargeräten – auch Balkonkraftwerke genannt. Einen Gesetzesvorschlag dazu will das Energieministerium noch in diesem Sommer vorlegen. Worauf sollten Mieter*innen und Wohnungsbesitzer*innen jetzt achten?


Die Mini-Solaranlagen können einfach an die Steckdose angeschlossen werden, damit sind sie optimal geeignet für Menschen, die keine PV-Anlage auf ihrem Dach installieren können, z.B. Mieter*innen und Wohnungsbesitzer*innen. Trotzdem können sie einiges leisten: Haushalte können bis zu 20 Prozent ihres Strombedarfs mit den Balkonkraftwerken decken und somit einen deutlichen Teil ihrer Stromkosten sparen. Ein Balkonkraftwerk kann sich so nach bereits 5 Jahren amortisieren.


Bisher scheiterte die Installation für Mieter*innen oder in Häusern mit mehreren Wohnungsbesitzer*innen oft an Vermieter*innen oder langwierigen Abstimmungen. Durch die geplante Gesetzesänderung wird das bald ein Ende haben. Denn der Antrag auf Installation wird künftig nicht mehr gegenüber Vermieter*innen oder der Eigentümerversammlung begründet werden müssen. Das wird eine enorme Erleichterung und Zeitersparnis sein. Auch finanziell gibt es bereits einige Anreize: Die Mehrwertsteuer für Balkonsolar und PV-Anlagen haben wir bereits abgeschafft.


So sollen sich möglichst viele Bürger*innen die Anfangsinvestition leisten können, um dann von günstigem Sonnenstrom profitieren zu können. In Zukunft wollen wir die Maximalgröße der Anlagen von 600 Watt auf das europarechtlich mögliche Maximum von 800 Watt erhöhen, damit noch mehr Einsparungen möglich sind. Mit den jetzigen Veränderungen haben wir bereits viel Bürokratie abgebaut und eine deutliche Verbesserung geschaffen. Aber wir wollen noch sehr viel mehr: Die Anmeldung der Anlagen soll stark vereinfacht werden. Außerdem wollen wir übergangsweise die Möglichkeit schaffen, dass der selbst erzeugte Solarstrom alte Stromzähler rückwärts drehen lässt. So ist auch vor der Installation moderner Zähler sauberer Strom vom Balkon möglich. Mit dem Bürokratieabbau und den Vereinfachungen sorgen wir dafür, dass Sonnenenergie auf allen Balkonen Einzug erhält. Denn sie ist klimafreundlich, kostengünstig und sichert unsere Energieunabhängigkeit.





Für alle Berliner*innen: Bis zu 500€ Förderung vom Senat!


Ab dem 10. Februar 2023 können Mieterinnen und Mieter in Berlin eine Förderung von bis zu 500 Euro für den Erwerb einer Balkon-Solaranlage erhalten. Das wird durch die Erweiterung des SolarPLUS Förderprogramms der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe um ein Modul für Steckersolargeräte möglich. Für die Förderung der sogenannten Balkonkraftwerke wurden insgesamt 7 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.


In sechs Schritten zum eigenen Strom:


  • Einholung des Einverständnisses der Vermieterin bzw. des Vermieters

  • Beantragung der Förderung

  • Kauf des Steckersolargeräts

  • Digitale Anmeldung des Anschlusses im Kundenportal der Stromnetz Berlin. Sollte der Haushalt keinen Zweirichtungszähler oder ein Zähler mit Rücklaufsperre haben, wird dieser kostenfrei durch die Stromnetz GmbH oder durch einen von der Stromnetz GmbH beauftragten Fachbetrieb ausgetauscht. Diese Maßnahme ist gesetzlich vorgeschrieben.

  • Digitale Registrierung der Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur.

  • Anschluss und Inbetriebnahme des Steckersolargerätes eine Woche nach Anmeldung bei Stromnetz Berlin.


Förderprojekte in anderen Bundesländern und Kommunen gibt es hier und hier



Erfahrungsbericht von Reemt Heuke: „Einrichtung war schnell und einfach“


"Ich habe mich vor einigen Wochen dazu entschieden, eine Balkon-Solaranlage für unsere Wohnung zu installieren. Ich hatte von der Förderung des Berliner Senats (bzw. der IBB) gehört und fand die Idee, meinen eigenen Solarstrom für unsere Wohnung zu produzieren klasse. Neben grünem Strom lässt sich dadurch in Zeiten hoher Strompreise auch Energiekosten sparen. Die Hausverwaltung war nicht sofort einverstanden. Doch mit etwas Nachdruck und Beschreibung der allgemeinen Situation (Energie- und Klimakrise, hohe Energiepreise, etc.) waren sie einverstanden, dass ich eine Anlage installiere, die rückstandsfrei wieder abmontiert werden kann. Hierfür war es gut, dass unser Balkon mit einem Balkongitter gesichert ist. Hieran lässt sich die Anlage einfach installieren und problemlos wieder abnehmen. Bei einem gemauerten Balkon ist dies deutlich schwieriger. Nach einigen Recherchen habe ich mich für ein Steckersolargerät entschieden, das ich online bestellt habe. Es handelte sich um ein Komplettpacket mit Wechselrichter und sogenannten Balkonhacken, zur Installation des Moduls.


Die Förderung des Senats war hilfreich, da ich dadurch bis zu 500 Euro für den Kauf des Geräts erhalten habe. Die Beantragung der Förderung war einfach. Ich musste lediglich ein Online-Formular ausfüllen und u.a. meine Rechnung einreichen.


Die Installation des Geräts war einfach und ich konnte es mit einer zweiten Person in wenigen Minuten an meinem Balkon befestigen. Das Gerät ist kompakt und unauffällig und hat eine Leistung von 410 Watt. Mit dem angeschlossen WLAN-Modul und einer App konnte ich sofort sehen, wie viel Strom ich produziere.


Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meiner Balkon-Solaranlage und kann sie jedem empfehlen, der in Berlin wohnt."



Für Christoph Meyer gibt es noch unnötige bürokratische Hürden bei der GESOBAU:


"Offenbar behindern Wohnungsbaugesellschaften und -Genossenschaften in Berlin die Initiativen von Mietern, die bei ihren Wohnungen Mini-Solaranlagen installieren wollen, indem sie die Genehmigung von Anforderungen abhängig machen, die abschrecken. Kernpunkte:


Wieland-Stecker statt üblicher Steckdose (muss extra installiert werden) und Zwang zur Installation durch zwei Fachbetriebe (Elektro durch GESOBAU-Fachfirma, Montage durch weitere Firma) Der Wieland-Stecker ist laut PV-Fachbetrieben technisch unnötig; eine Anlage kann problemlos in eine oft vorhanden Außensteckdose einspeisen. Die Fachfirmen würden laut Auskunft eines GESOBAU-Mieters 900,- Euro kosten. Die Installation von Balkonsolar ist politisch erwünscht und wird mit MWSt-Befreiung und diversen Zuschüssen der Länder gefördert, in Berlin 500 Euro für Miter von Mehrfamilienhäusern. Faktisch behindert nun aber die stadteigene Wohnungsbaugesellschaften GESOBAU dies stark."


Die bürokratische Handhabe durch die GESOBAU: dieser Kritik werde ich nachgehen.

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