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Panke-Trail-Turbo: Kleine Strecken, große Wirkung.



Zu bestimmten Tageszeiten geht es auf den Straßen in Pankow Nordost nur im Schneckentempo vorwärts. Gemächlich „kriechen“ die Fahrzeuge von Prenzlauer Berg bis in die Metropolregion Barnim/Oberhavel. In Bus und Bahn könnte auch mehr Platz sein. Mittenmang die Wohnbevölkerung. Eine - eigentlich - eher kurz- bis mittelfristig umzusetzende Abhilfe sollte die Radschnellverbindung 4, vulgo der Panke-Trail von Berlin-Buch bis zum Zentrum, dienen.


Der gordische Verkehrsknoten durchgeschlagen? Ursprünglich sollte die zweijährige Bauphase nächstes Jahr beginnen. Eigentlich. Nun ist frühestens ab 2030 die Fertigstellung vorgesehen. So das Haus der Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU).


Für eine mehrjährige Verzögerung kann es im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens für ein Projekt solchen Umfangs gute Gründe geben. Kann. Den Zustand der Radverkehrsstrecken bis zum offiziellen Beginn der Bauphase des Panke-Trails in gegenwärtiger Verfassung zu belassen, dafür gibt es nicht einen guten Grund. Denn genutzt werden die Verbindungen bereits von zahlreichen Radfahrenden. Und eben weil der RSV noch nicht fertig ist, muss dringend gehandelt werden. Denn es gibt unterwegs unzählige Unwegbarkeiten, deren Behebung nicht viel erfordert, deren jahrelanger Fortbestand aber auf keinen Fall hinnehmbar ist.

In Blankenburg stößt der Radverkehr auf eine schier unüberwindbare Barriere: die Bahnhofstraße. Es gibt einfach keine andere Möglichkeit an dieser Stelle über die Straße zu kommen, als auf Lücken im fließenden KfZ-Verkehr zu hoffen. Genau dann, wenn viele unterwegs sind, im Berufsverkehr, genau dann stirbt die Hoffnung an der Bordsteinkante an hohem Verkehrsaufkommen. Kurzum: Kein Überweg ist auch keine Lösung. Hier muss umgehend Abhilfe geschaffen werden. Und das ist kein Zauberwerk.

Unbefestigte Wege und denkmalgeschütztes Kopfsteinpflaster – das erwartet die Radfahrenden jenseits der Bahnhofstraße. Je nachdem aus welcher Richtung kommend: aus dem Norden quasi als Belohnung für das erfolgreiche Queren der Bahnhofsstraßen-Barriere, aus dem Süden zur Einstimmung auf den unfreiwilligen Aufenthalt an der Bordsteinkante. In beiden Fällen: Radfahren ist hier eher gefährlich als vergnüglich. Asphaltierte oder wassergebundene Radwegoberflächen würden die Wege schnell sicherer machen.

Ebenfalls verquer ist die Querungssituation an der Pankgrafenbrücke. Wo sich Pankgrafenstraße und Pankeradweg kreuzen, heißt es: absteigen und schieben. Denn Vorrang hat hier nur der Fußverkehr. Die Anordnung des Vorrangs für Radfahrer:innen wäre rasch umsetzbar. Generell ist der Pankeradweg zwischen Blankenburg und Buch in einem schlechten Zustand, stark ausgefahren, teilweise fast unbefahrbar. Es wäre dringend notwendig, die erheblichen Bodenwellen, Schlaglöcher usw. zeitnah auszubessern.

Die Radverbindungen von Blankenburg nach Alt-Pankow müssen schnellstens in den Fokus rücken: Die Galenusstraße braucht eine Radinfrastruktur, die Schlossstraße muss fahrradtauglich(er) werden.

Es gäbe genug zu tun. Einige, kurzfristig umsetzbare Maßnahmen, die für das Vorankommen der Verkehrswende trotz der Verzögerungen beim Projekt RSV 4 von immenser Bedeutung wären. Damit der Radverkehr zwischen Buch und Mitte weiter in Schwung kommt, müsste Senatorin Schreiner jedoch schnell ins Handeln kommen. Denn wie die heutige Senatorin bereits 2020 auf ihrer Internetseite klarstellt: „Wir brauchen die Verkehrswende in Berlin, um unsere Stadt nachhaltig zu gestalten und einen Verkehrskollaps zu vermeiden.“ D’accord. Ich bin gespannt.

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